Berichte aus den Seminaren 2010

Im Jahre 2010 fanden folgende Seminare statt:

Seminar für Preisträger des Landeswettbewerbs
Geometrie
7. Juni - 10. Juni  2010      Hechingen
Leitung :  Frieder Haug
               Torsten Rupf

Seminar für Preisträger des Landeswettbewerbs
Knoten
5. Juli - 8. Juli     Speyer
Leitung:  Veronika Kollmann
              Hanspeter Eichhorn

Seminar für Preisträger des Bundeswettbewerbs
Lösbares und Unlösbares aus Geotrie und Algebra

10. Juni - 13. Juni  2010      Wernau
Leitung:  Clemens Hauser
              Gerhard Metzger


Am 10. Mai sahen die Bewohner von Wernau ein seltsames Schauspiel am Bahnhof.
Mehrere mathematisch aussehende Leute mit einem sagenumwobenen schwarzen T-Shirt
der Deutschen Mathe-Olympiade in Göttingen trafen zusammen mit den anderen Teilnehmern
des Seminars für Preisträger und Preisträgerinnen des Bundeswettbewerbs Mathematik ein.
Nach dem Mittagessen, das untypischer Weise durch ein politisches Gespräch geprägt war, 
fing die Mathematik an, die Geister der Teilnehmer zu fesseln und sie auf Lösbares und
Unlösbares 
in Algebra und Geometrie zu richten. Gleich zu Beginn wurde die Mathematik
komplex, aber nicht 
zu komplex, denn sie war noch imaginär. Die Fesseln der Mathematik
hielten uns auch über die 
Kaffeepause und Abendessen fest, und konnten erst durch einen
Vortrag über Spieltheorie und eine 
Jonglier-Vorführung für den Abend vollständig gelöst
werden, weil alle ihre Ball-, Keulen- und
Keksjonglierkünste unter Beweis stellen wollten.
Wernau2010

Das unter Mathematikern weit verbreitete Mafia-Spiel sorgte neben den Jongliereinlagen
für ein 
gemütliches Ausklingen des Abends, auch wenn einige Spieler leider durch
Tanklastwagenfahrer, 
Jonglierbälle oder Jonglierkeulen schon früh den Mafiosi unterlagen.
Der zweite Tag war von morgens bis abends mit Mathematik gefüllt und im Laufe des Tages stieg 
statt der Motivation, die bereits am Vortag ihren Hochpunkt erreicht hatte und dort nur
noch stagnieren konnte, die Höhe des Grades der zu lösenden Gleichungen. Dabei wurde
dann auch bewiesen, warum es für Gleichungen des 5. Grades und höher keine allgemeine
Lösungsformeln mehr geben kann. Unterbrochen wurde die Lernphase nur von einem
reichhaltigen Mittagessen und einer kurz darauf folgenden Kaffeepause. Als das Maximum
des Grades bei unendlich erreicht war, konnte der Abend (nach einem reichhaltigen
Abendessen) mit weiteren Vorträgen beginnen. Doch auch hier spielte die Mathematik
wieder eine tragende Rolle: Der erste Vortrag über das Banach-Tarski-Paradoxon dauerte
eine volle Stunde und wurde mit gebanntem Nicken von genialen Köpfen verfolgt. Darauf
folgte ein Vortrag, der sehr nett grafisch und künstlerisch die Weltanschauung des
berühmten, antiken Philosophen Aristoteles darstellte. Auch in dieser Nacht mordete die
Mafia fleißig. Dabei wurde die Mafia von der Politik des ersten Tages infiziert, doch der
demokratisch gewählte Bürgermeister entpuppte sich als hinterhältig mordender Mafiosi.
Außerdem sorgten auch einige verschiedene Wetten, die unter Anderem ein 
Pudding-Wett-Trinken umfassten, für gute Unterhaltung am Abend. 

Am Mittwochmorgen beschäftigten sich die Teilnehmer mit Geometrie; der Übergang
zwischen Algebra und Geometrie geschah fließend, denn die zu Beginn eingeführten 
komplexen Zahlen wurden im Koordinatensystem dargestellt und dadurch untersucht, 
welche Zahlen mit Hilfe von Zirkel und Lineal konstruierbar sind.
Am Nachmittag folgte ein entspannter und sehr amüsanter Ausflug in die schöne Stadt 
Tübingen. Nach der Besichtigung des Museums Schloss Hohentübingen hatten die 
Teilnehmer einige freie Zeit, die sie meistens in Eiscafés verbrachten. Dabei wurden 
unter Anderem auch Feldstudien für die am Abend folgenden Vorträge durchgeführt, 
wobei auch Passanten Daten-Material für die Statistiken liefern mussten.
Der Frauen-
anteil während des Seminars schrumpfte um 33%, da zwei Teilnehmerinnen uns leider 
früher verlassen mussten. Danach wurden die Teilnehmer jedoch aufgeklärt, dass  diese 
Statistik das Gesamtergebnis verfälscht, da sie auf einer subjektiven Datenerfassung 
basiert und verschieden interpretiert werden kann. Danach musste die Motivation der 
männlichen 
Seminarteilnehmer, mit den verbleibenden weiblichen zu kommunizieren, 
durch ein „Pick-up“-Seminar gestärkt werden. „Pick-up“ darf dabei aber nicht mit der 
grafischen Veranschaulichung von „pig up“ verwechselt werden, die am folgenden Tag 
eine der Lösungen der Aufgaben dominierte.  Das Ziel des Vortrags war es, die besten 
Openings und Ansprache-Strategien zu präsentieren. Dabei sollte man immer seinen 
Alpha-Status behalten und sich von den anderen „Pick-up“-Artists absetzen. Ein 
„Wing-Man“, der dabei das „Target“ und den „Pick-up“-Artist von der Gruppe isoliert, 
kann ebenfalls sehr hilfreich sein. Alle diese Erkenntnisse  sorgten dann auch am
restlichen Abend für Unterhaltung, auch wenn die Openings ausschließlich an den 
männlichen Teilnehmern getestet wurden. Die Vortragenden machten darauf aufmerksam, 
dass an der Universität Karlsruhe und im Internet sehr viele weitere Informationen über 
„Pick-up“ erlangt werden können. Zudem kündigten sie eine Fortsetzung für das nächste 
Jahr an, in der dann Gesprächsthemen für die erste Verabredung und vieles mehr behandelt 
werden wird.

Am letzten Morgen mussten dann die Zimmer geräumt werden bevor sich die Teilnehmer 
in den letzten Stunden vor der Abreise weiter der Geometrie widmen konnten. Während 
des Lösens der Aufgaben wurden dann die restlichen Bestände an Gummibärchen, Schoko- 
lade und Keksen vernichtet, die von den Vortagen übrig geblieben waren. Mit dem Beweis, 
dass sich ein regelmäßiges Siebzehn-Eck konstruieren lässt, aber nicht jeder Winkel mit 
Zirkel und Lineal dreiteilen lässt, in der Tasche, konnten die Teilnehmer dann beruhigt 
das Seminar abschließen und noch ihr letztes gemeinsames Mittagessen genießen, bevor 
es dann auf den Heimweg ging. Über die Anwendung der „Pick up“-Erkenntnisse auf der 
Heimfahrt ist jedoch noch nichts bekannt, es kann somit auf spannende Geschichten auf 
dem nächsten Seminar gehofft werden.

Ella Schmidt, Rebecca Westphal